Alarm im Darm
Chronische Verstopfung kann auch in Folge einer Schmerzmitteltherapie auftreten
Autorin: Sabine Stübe-Kirchhof

(dgk) Wir haben es alle schon einmal erlebt: Sobald der normale Alltagsrhythmus unterbrochen wird, zum Beispiel durch Stress, langes Sitzen auf weiten Reisen oder wenn einmal zu wenig Flüssigkeit getrunken wurde, leidet nicht nur das Allgemeinbefinden, sondern auch der Darm. Er wird träge und neigt zur Verstopfung.

Manchmal ist Verstopfung nur vorrübergehend ein Problem, welches sich mit ausreichender Bewegung und ballaststoffreicher Ernährung wieder ausgleichen lässt. Für viele wird die Thematik jedoch im Laufe der Jahre zu einem dauerhaften Problem. Dazu gehören vor allem Ältere – aber auch Menschen, die regelmäßig Schmerzmittel einnehmen.

Schmerzmittel können den Darm lähmen

Nach Aussage der Deutschen Schmerzliga e. V. leiden mindestens acht Millionen Deutsche an chronischen Schmerzen. Je nach Ausprägung der Schmerzen werden sie mit unterschiedlichen Schmerzmitteln versorgt. Bei stärkeren Schmerzen, wie zum Beispiel bei Arthrose (Gelenkverschleiß), rheumatoider Arthritis (Gelenksentzündung) und Osteoporose (Abnahme der Knochendichte) werden Medikamente aus der Gruppe der Opioide eingesetzt. Zu den bekanntesten Stoffen dieser Gruppe gehört das Morphin. Schmerzmittel dieser Gruppe werden dauerhaft angewendet, sind sehr wirksam und ermöglichen vielen Schmerzpatienten einen beschwerdefreien Alltag und dadurch mehr Lebensfreude.

Die dauerhafte Einnahme von Opioiden kann jedoch zu einer Lähmung der Darmmuskulatur und damit zu chronischer Verstopfung führen. Die Schmerzmittel wirken vor allem an den zentralen Schaltstellen im Gehirn und am Rückenmark, aber auch an anderen Stellen wie etwa im Darm. Dies hat zur Folge, dass es neben der Schmerzminderung auch zu einer Verlangsamung der Darmtätigkeit kommt.

Abführmittel erleichtern

Experten raten daher, vorbeugend und therapiebegleitend ein Abführmittel anzuwenden. Wichtig ist, dass es möglichst wenig Wechselwirkung mit anderen Medikamenten hat und sich zur dauerhaften Anwendung eignet. Das Abführmittel sollte gut verträglich sein und keine Krämpfe und Blähungen hervorrufen. Ideal sind Pulver zum Auflösen, die zusätzlich Elek­trolyte enthalten. Sie sorgen für einen ausgeglichenen Mineralhaushalt und binden zudem Wasser. So werden Volumen und Flüssigkeitsgehalt des verhärteten Stuhls erhöht und die Darmtätigkeit im Dickdarm angeregt. Der Stuhl wird dadurch weicher und kann problemlos ausgeschieden werden. „Alarm im Darm“ muss also nicht sein.



 

 
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