„Herbstputz“ ist für Hausstaub-Allergiker wichtiger als Frühjahrsputz
Hausstaub-Allergiker leiden im Herbst und Winter besonders
Autorin: Heike Stahlhut
(dgk) Hausstaubmilben und ihr Kot sind die am häufigsten vorkommenden Innenraumallergene. Die zu den Spinnentieren gehörenden Milben mögen es warm und feucht: Gut isolierte, schlecht gelüftete und warme Räume bieten den nur 0,1 bis 0,5 mm großen Tieren optimale Lebensbedingungen. Je höher die Konzentration an Allergenen in der Wohnung ist, desto stärker treten die typischen gesundheitlichen Beschwerden der Hausstaubmilbenallergie auf: Tropfende Nase, Husten und Niesen, Atemnot und juckende Haut, aber auch Kopfschmerz und Halskratzen. Besonders belastend ist, dass bei einer Hausstaubmilbenallergie die Beschwerden das ganze Jahr über anhalten. Ihren Höhepunkt finden Niesattacken und Co. jedoch in der kuscheligen Jahreszeit im Herbst und Winter.
„Dafür gibt es mehrere Gründe“, erklärt Dr. Michael Barczok, Allergologe und Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Pneumologen (BdP). „Durch das Heizen wird die Luft in der Wohnung trocken. Erreicht die relative Luftfeuchtigkeit einen Wert von weniger als 50 Prozent, sterben die Milben ab. Ihre Überreste zerfallen und milbenhaltiger Staub wird frei gesetzt.“ Gleichzeitig entstünden durch warme oder gar heiße Heizkörper Luftströmungen, die den Staub vom Boden aufnähmen und in die Atemluft brächten. „Erschwerend kommt hinzu, dass viele Menschen in der kalten Jahreszeit nicht mehr so regelmäßig lüften. Die aufgewirbelten Allergene bleiben damit in den Räumen“, so Barzok.
Hausstaubmilben ernähren sich vorwiegend von menschlichen Hautschuppen, von denen der Mensch täglich zirka 1,5 g verliert. Von dieser relativ kleinen Menge können in jedem Bett Tausende von Milben leben und dort ihren allergieauslösenden Kot und Zerfallsprodukte hinterlassen. Bettwäsche sollte deshalb wöchentlich bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Inhalations-Allergiker sollten in der Heizperiode ihre Aufmerksamkeit zudem besonders auf die Raumluft richten: Regelmäßiges Lüften und häufigeres Staubsaugen können den verstärkten Allergieproblemen in der Heizperiode entgegen wirken. Aber Vorsicht: Viele handelsübliche Haushalts-Staubsauger ohne besondere Ausstattung sind für Allergiker ungeeignet, da großporige Filter Milbenstaub und -kot durchlassen. „Daher ist es wichtig ist, dass der Staubsauger mit einem HEPA-Abluftfilter (High Efficiency Particulate Airfilter) ausgerüstet werden kann“, rät Barczok. Diese speziellen Schwebstofffilter können kleinste Partikel, wie Milbenkot, Pollen und Schimmelpilzsporen aus der Atemluft filtern. Hilfreich ist es auch, wenn zumindest im Herbst alle Heizkörper in der Wohnung gründlich gereinigt werden, damit der dort abgelagerte Staub beim Heizen nicht ebenfalls in die Luft gelangt.
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