Mit dem richtigen Biss gegen Schmerzen
Fehlfunktion des Kiefers kann Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen verursachen
Autor: Mirko Konrad, DGK

(dgk) Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen gehören in Deutschland zur Volkskrankheit Nummer eins. Oft kommen auch Schwindel und Ohrgeräusche wie Tinnitus hinzu. Zu wenig Bewegung, eine falsche Sitzhaltung und Übergewicht gelten als entscheidende Ursachen für diese Leiden. Dennoch bleiben häufig jahrelange Behandlungsversuche erfolglos.

 
"Etwa 35 Prozent der Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen werden durch Störungen im Kiefergelenk ausgelöst, und bis zu 45 Prozent der Tinnitus-Erkrankungen haben ihre Ursachen in einem falschen Biss“, erklärt Dr. Wolfgang Koch, Spezialist für ganzheitliche Zahnmedizin an der Haranni Clinic in Herne und Gründungs- und Beiratsmitglied des CMD-Dachverband e.V. Die medizinische Bezeichnung dafür heißtCraniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD.
Sie leitet sich von den lateinischen Begriffen Cranium (Schädel), Mandibula (Unterkiefer) und Dysfunktion (Fehlfunktion) ab und bezeichnet eine gestörte Funktion im Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer. Der Kauapparat ist eng mit Kopf, Wirbelsäule, Gehirn und weiteren Organen verbunden. Ist der Kontakt zwischen Zahn und Gegenzahn gestört, kann sich dies schmerzhaft auf die Muskulatur von Nacken, Schulter und Rücken auswirken und zu Kopfschmerzen, Schwindel und Ohrgeräuschen führen. Deshalb sollte bei der Diagnostik solcher Probleme auch der Zahnarzt einbezogen werden. „Da Kopf- oder Rückenschmerzpatienten nicht automatisch zum Zahnarzt gehen, haben viele Betroffene leider oft erfolglose Behandlungsversuche hinter sich, bevor der eigentliche Auslöser gefunden wird“, so Koch. Typisch für CMD ist, dass die Beschwerden in anderen Körperregionen und nicht etwa im Bereich der Mundhöhle auftreten.


  Eine Fehlfunktion des Kiefers kann sich schmerzhaft auf die Muskulatur von Nacken, Schulter und Rücken auswirken.
Foto:CMD-Dachverband e. V.
 

Ursachen für eine gestörte Funktion von Ober- und Unterkiefer können fehlende Zähne oder schlecht sitzende Kronen und Füllungen sein, ebenso wie angeborene Zahnfehlstellungen, ein Schleudertrauma oder starker psychischer Stress. Auch Angewohnheiten wie Nägelkauen, Lippenpressen, das Kauen auf Stiften oder stressbedingtes, angespanntes Zusammenbeißen der Zähne können CMD auslösen. Eine Craniomandibuläre Dysfunktion lässt sich mit modernen Messmethoden und einer manuellen Untersuchung des Kiefers feststellen. Die Behandlung erfolgt in der Regel zunächst mit einer individuell angefertigten, herausnehmbaren Aufbiss-Schiene, durch die Ober- und Unterkiefer wieder in ein korrektes Verhältnis zueinander kommen. Gegebenenfalls ergänzt eine Physiotherapie die Behandlung. Unter Umständen müssen auch schlecht sitzende Zahnfüllungen erneuert oder neu eingeschliffen und Zahnersatz korrigiert oder erneuert werden. Wichtig für die Diagnose und erfolgreiche Therapie einer CMD ist die enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen medizinischen Disziplinen der Zahnheilkunde, Orthopädie, Physiotherapie und gegebenenfalls Psychosomatik. Wirksame Hilfe erhalten Betroffene bei Ärzten mit der Zusatzbezeichnung „Funktionelle Orthopädie“. Nur eine Spezialausbildung und langjährige Erfahrung in funktioneller Diagnostik und Therapie machen laut CMD-Dachverband e. V. den Therapeuten zum CMD-Experten.

Weitere Informationen: www.rundum-zahngesund.de
sowie auf
www.cmd-dachverband.de.
Kontakt: info@cmd-dachverband.de

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